Oliver Drechsel konzertiert in Haus Eller


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Die Kopien historischer Tasteninstrumente
der Sammlung Dohr, Köln

  1. 1767 Spinett J. H. Silbermann [Kopie J. C. Neupert 1998, # 31076]
  2. 1796 Hammerflügel J. J. Könnicke [Kopie J. C. Neupert 2007, # 31466]
  3. 1799 Clavichord W. H. Baethmann [Kopie J. C. Neupert 1999, # 31208]
  4. 2008 Mechanik-Modelle

Beschreibung der Instrumente


1767 Spinett von Johann Heinrich Silbermann
[Kopie J. C. Neupert 1998, #31076]

J. C. Neupert: Modell "Silbermann Standard". Foto: Benedikt Dohr

Über Johann Heinrich Silbermann (Straßburg, 1727-1799), den jüngsten Sohn des Andreas Silbermann und Klavierbauer in der Silbermannschen Familie, konnte der Bach-Biograph Johann Nikolaus Forkel schon 1782 urteilen: Seine Instrumente sind in der musikalischen Welt allzu bekannt, als daß es nötig wäre, ... etwas zum Lobe derselben zu sagen.

Wie gefragt Johann Heinrichs Spinette bereits zu seinen Lebzeiten waren, mag man aus der ungewöhnlich hohen Zahl von (mindestens) acht gleichartigen, bis heute erhaltenen Instrumenten ersehen. Silbermanns Spinett ist ein sog. Querspinett, eine ursprünglich von dem Italiener Girolamo Zenti entwickelte, an ihrer charakteristisch geschweiften rechten Zarge erkenntliche Bauform.

Über den Klang des Silbermannschen Spinetts schreibt z.B. der Führer des Historischen Museums Basel: Die langen Saiten - die Gehäuserückwand misst fast zwei Meter - und der großflächige Resonanzbogen geben dem Klang, besonders im Bass, eine überraschende, unsere Ohren immer wieder bezaubernde Fülle.

Klaviaturumfang: F1-f3 (= 5 Oktaven)
Lautenzug
Länge 195 cm
Breite 66 cm
Gewicht 38 kg
Untertasten Ebenholz, Obertasten elfenbeinartig belegt

Mechanik: Holz-Springer, Delrin-Bekielung
Transponiervorrichtung (1/2 Ton, a1 = 440/415 Hz)


1796 Hammerflügel von Johann Jakob Könnicke
[Kopie J. C. Neupert 2007, #31466]

Der Mozart-Hammerflügel von NEUPERT hat seinen Ursprung in Original-Hammerflügeln der Mozartzeit aus der (heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg aufbewahrten) klavierhistorischen Sammlung NEUPERT.

An erster Stelle diente ein 1796 in Wien gebauter Hammerflügel Johann Jakob Könnickes (1756-1811) als Vorlage zur Entwicklung des NEUPERTschen Instruments. Man beschränkte sich aber nicht auf sklavisches Kopieren, sondern brachte auch Elemente von Hammerflügeln Anton Walters und Johann Andreas Steins sowie eigene Vorstellungen in die Konstruktion ein.

Klaviaturumfang: F1-f3 (= 5 Oktaven)
Untertasten Ebenholz
Obertasten Elfenbein
Korpus Kirschbaum, leicht gedunkelt und mattiert

2 Kniehebel (Forte, Moderator)
Prellzungenmechanik ("Wiener Mechanik")

Länge 205 cm
Breite 93 cm
Gewicht 90 kg


1799 Clavichord Wilhelm Heinrich Baethmann 1799
[Kopie J. C. Neupert 1999, #31208]

Der Name Wilhelm Heinrich Baethmann steht für den hochentwickelten Standard, den der Instrumentenbau in Norddeutschland bereits im 18. Jahrhundert erreicht hatte. Baethmann gehört unmittelbar zu jener Familien-Dynastie Vater, die über mehrere Generationen hinweg im Hannoverschen Raum eine führende Stellung im Bau von Orgeln, Cembali, Spinetten und Clavichorden einnahm. 1782 heiratete Baethmann über eine Tochter Christian Vater d. J. in die Familie ein und führte die lange und erfolgreiche Tradition der Vaters als Instrumentenbauer fort.

Die NEUPERTsche Kopie stützt sich auf das einzige erhaltene Clavichord Baethmanns, ein bundfreies fünfoktaviges Instrument aus dem Jahre 1799. Es befindet sich heute im Goethehaus Frankfurt. Einst gehörte es Charlotte Buff, verh. Kestner, der Johann Wolfgang Goethe in den "Leiden des jungen Werther" ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. NEUPERT erschließt mit dem Nachbau des Baethmann-Klavichords ein Instrument, das dank seiner Vorgeschichte und seines vollen, modulationsfähigen Klanges ein authentisches Zeugnis der hohen Kunst des Clavichordbaues im "empfindsamen Zeitalter" darstellt. 

Tonumfang 5 Oktaven (F1 - f3)
bundfrei
zweichörig, ungedämpfter Anhang
Saitenbezug Messing und Stahl, Tangenten Messing
Länge 176 cm
Breite 55 cm
Gewicht 52 kg


Sämtliche von J. C. Neupert für die Sammlung Dohr gefertigten Instrumente sind Einzelanfertigungen nach Auftrag. Sicherlich kann man auch einen historischen Nachbau "von der Stange" erwerben - oft ist dies auch das Sinnvolle. Mehr Freude machen Instrumente, die in Details die Wünsche des Auftraggebers einbeziehen können. Das betrifft nicht nur Äußerlichkeiten (Farbwahl, Korpus-Holzwahl), sondern auch Parameter, die auf das Spiel Einfluss haben. So weist das Clavichord nach Baethmann auf Wunsch von Christoph Dohr speziell bearbeitete Tastenhebelflanken auf, die das Spielgeräusch dieses für den "Sturm und Drang" der Musikgeschichte charakteristischen Instrumentes verringern. Der Hammerflügel weist gegenüber dem Üblichen Elfenbein- statt Kunststoff-Tastenbeläge bei den Obertasten auf, was ein schöneres Spielgefühl zur Folge hat. Dafür wurde historisches Elfenbein, das von "untergegangenen" Instrumenten abgenommen werden konnte, zweitverwertet.


2000 (ca.) vier Modelle moderner Mechaniken
industrielle Kleinserienanfertigungen für den Fachhandel

  • Mechanikmodell der Firma Renner einer Pia[ni]no-Mechanik (2 nahezu baugleiche Expl.)
  • Mechanikmodell der Firma Young Chang einer modernen Flügel-Mechanik (2 sich leicht unterscheidende Expl.)


2008 fünf Modelle historischer Mechaniken
Einzelanfertigungen für das Pianomuseum durch J. C. Neupert, Bamberg

  • Clavichordmechanik (18. Jahrhundert)
  • Stoßzungenmechanik (nach Gottfried Silbermann 1747, dieser wiederum nach Bartolomeo Cristofori ca. 1700)
  • Tangentenmechanik (nach Franz Jakob Späth & Christoph Friedrich Schmahl; Regensburg ca. 1780/90)
  • Prellzungenmechanik ("Wiener Mechanik") inkl. Moderator (nach Johann Jakob Könnicke, ca. 1790)
  • Kielmechanik (18. Jahrhundert; Cembalo einmanualig, ein Register)

DohrCompactDiscs
mit Instrumenten der Sammlung Dohr

aktualisiert Mittwoch, 1. Januar 2014 updated
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