Oliver Drechsel konzertiert in Haus Eller


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Die Klavichorde der Sammlung Dohr, Köln

  1. 1750/70 Clavichord süddeutsch, anonym
  2. 1932 Clavichord Maendler-Schramm (München)
  3. 1799 W. H. Baethmann [Kopie J. C. Neupert 1999]

Beschreibung der Instrumente


1. 1750/70 Clavichord süddeutsch, anonym

Clavichord süddeutsch ca. 1750/70, Totale Clavichord süddeutsch ca. 1750/70, Detail

Gehäuse: Vogelahorn furniert; Deckel in schönen Einlegearbeiten aus Ahorn und Nussbaum, mit Brandmalerei, poliert; Innenseite mit marmoriertem Papier beklebt; vier deutlich jüngere geschwungene Chippendale-Beine aus Kirschbaumholz mit Löwentatzen-Füßen.

  • Breite: 1390 mm
  • Tiefe: 470 mm
  • Korpushöhe (mit Deckel): 145 mm
  • Untertasten: 115 mm sichtbare Länge (vordere Länge: 34 mm), Belag: Zwetschgenholz
  • Obertasten: 80 mm Länge, Belag: Buchsbaumholz
  • Stichmaß: 469 mm
  • Oktavbreite c einschl. c: 178 mm
  • Umfang: : C – f3 = 4 1/2 Oktaven

Mensur (immer längere Saite der Doppelbesaitung gemessen):

  • F =  1020 mm
  • f = 770 mm
  • f1 = 460 mm
  • f2 = 240 mm
  • f3 = 110 mm

Bezug (1967):

  • 4 Chore 0,55 mm Messing
  • 4 Chore 0,50 mm Messing
  • 2 Chore 0,45 mm Messing
  • 3 Chore 0,40 mm Messing
  • 3 Chore 0,35 mm Messing
  • 3 Chore 0,30 mm Messing
  • 5 Chore 0,30 mm Stahl
  • 16 Chore 0,275 mm Stahl
  • 18 Chore 0,250 mm Stahl

Restaurierungen: 1959 (Reparatur?, Bleistiftnotiz im Instrument); Oktober/November 1967 durch Fritz Thomas, Gröbenzell (im Auftrag von Gisela Guttmann, Rom, Kosten: DM 500,--); danach anonymer Reparaturversuch, undatiert; März/April 2007 durch J. C. Neupert, Bamberg. Alle Angaben aus der im Rahmen der Restaurierung 1967 erstellten Expertise von Fritz Thomas.


2. 1932 Clavichord Maendler-Schramm, München

Clavichord Maendler & Schramm 1932 - geschlossen Clavichord Maendler & Schramm 1932 - spielbereit
Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Name auf Vorstecker Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Detail
Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Seriennummer mit Fehler Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Detail
Clavichord Maendler & Schramm 1932 - Resonanzboden und Klangsteg Clavichord Maendler & Schramm 1932
  • Name in Groß-/Kleinschrift auf Vorstecker: "Maendler-Schramm München"
  • Breite: xxxx mm
  • Tiefe: xxx mm
  • Korpushöhe (mit Deckel): xxx mm
  • Untertasten: xxx mm sichtbare Länge (vordere Länge: xx mm), Belag:
  • Obertasten: 80 mm Länge, Belag:
  • Stichmaß: xxx mm
  • Umfang: G1 – f3 = 4 7/8 Oktaven
  • durchgängig zweichörig besaitet
  • Instrumenten-Seriennummer rechts innen in die Korpuswand eingeschlagen: [1]281. Bei der führenden Ziffer "1" handelt es sich wohl um einen Schlagfehler, da die Ziffern kopfüber in die Korpuswand einzuschlagen waren. Die Nummer "281" ergibt sich zudem zweifelsfrei durch ein bekanntes Schwesterinstrument mit der Nummer "280", das die Mechanik-Nummer 198190 aufweist (Aufstellung: siehe hier).

Karl Maendler (* 22. März 1872 in München; † 2. August 1958 ebd.) war ein deutscher Instrumentenbauer. Von Beruf Kaufmann, schloß Maendler 1897 die Ausbildung zum Klavierbauer ab und heiratete die Tochter des Münchner Klavierfabrikanten M. J. Schramm. 1907 baute er für die Pianistin Elfriede Schunck sein erstes Cembalo und befasste sich seit 1912 mit der Entwicklung eines Bach-Klaviers (1923), das eine Reihe von patentierten Vorrichtungen zur Klangmodulation besaß. Maendler erfand 1924 eine Liedharfe und baute 1925 Trog-Xylophone für Carl Orff. Bis zur kriegsbedingten Schließung der Firma Maendler-Schramm 1944 wurden Cembali, Spinette, Klavichorde und Hammerflügel hergestellt. 1951 kehrte Maendler nach München zurück, begann mit dem Wiederaufbau des Unternehmens, mußte jedoch 1956 nach dem Verlust seines Augenlichts die Firmenleitung abgeben. -- Die Sammlung Dohr besitzt derzeit mit einem Spinett, dem hier beschriebenen Clavichord und einem Konzertcembalo die derzeit umfassendste Sammlung historischer Tasteninstrumente aus der Werkstatt von Maendler & Schramm.

Bei diesem Instrument handelt es sich nicht um eine Kopie eines historischen Tasteninstrumentes, sondern um eine konstruktive Eigenentwicklung von Karl Maendler, die u.a. folgende Besonderheiten aufweist:

  • Mechanik als Klaviatur-Schublade ausgebildet. Die Schublade lässt sich nach Entfernung der vorderen Leiste (von unten abgeschraubt), des Vorsteckers (mit Stahlfeder gehalten) und Lösung zweier die Schublade fixierender Schrauben herausziehen.
  • Die Tangenten sind mit Langloch (und damit in Tastenrichtung verschiebbar) auf die Tastenhebel geschraubt. Die Tangenten sind nach der Verschraubung in die Senkrechte gebogen und danach um 90 Grad um ihre Längsachse gedreht. Am hinteren Ende der Anschlagsfläche jeder Tangente befindet sich eine ca. 1mm hohe kaminartige Erhöhung, die als "Saitenfänger" fungiert und ein Abrutschen der angeschlagenen Saiten von der Tangente verhindert.
  • Klaviaturschublade bzw. Mechanik - wie bei allen bekannten Clavichorden von Maendler-Schramm - von der Fa. Wilh. Schäuffele / Stuttgart S, Fangelsbachstr. 5 gefertigt (# 198192).
  • Notenaufsatzleiste am Vorstecker befestigt, übriges Notenpult am Korpusdeckel anhängend.
  • Instrumentendeckel ungeteilt, mit angehängter Tastenklappe und angehängtem Notenpult.
  • seltener Ambitus von vier Oktaven und einer kleinen Septime (G1 – f3)
  • links oben im Instrument befindet sich ein hölzernes, eingeschraubtes Brett, das den Saitenanhang verdeckt und zugleich die Auslenkung der angeschlagenen Saiten nach oben begrenzt, indem es mit seiner Vorderkante knapp hinter der Anschlagslinie der Tangenten endet.

Voreigentümer: Aus dem Nachlass des bedeutenden Münchner Musikkritikers, Musikwissenschaftlers und Komponisten Anton Würz (* 14. Juli 1903, † 1. Dezember 1995) erworben von Kammersänger Prof. Jan-Hendrik Rootering.

Restaurierungen: unrestauriert, original erhalten.

Linktipps: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maendler (Artikel über Karl Maendler); http://www.youtube.com/watch?v=QfuoyrIzkc0 (Clavichord Maendler-Schramm #239, Lee Graham, mit Haydn-Adagio aus Sonate Nr. 44 Hob. XVI/29).

Literatur: siehe Konzertcembalo Maendler-Schramm 


3. 1799 Clavichord Wilhelm Heinrich Baethmann
[Kopie J. C. Neupert 1999]

siehe unter Kopien/1799


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aktualisiert Mittwoch, 1. Januar 2014updated
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